Aufgelesen

durcheinander.


Ich bekomme ja momentan aus zeitmanagementtechnischen Gründen wieder nicht so viel mit von der Welt, aber manche Dinge können einfach nicht an einem vorbei gehen. So zum Beispiel meine heutige Lieblingsschlagzeile:

«Ospel geht, die Krise bleibt»

Die gefällt mir besonders gut, auch weil sich ein schöner Bogen schlagen lässt zum zweiten Tagesthema: Der Frage nämlich, ob Frau Widmer-Schlumpf nun geht oder bleibt und was dann aus der Krise der SVP wird. Bei NZZ Online wird das fleissig und mal mehr, mal weniger schlau kommentiert. Auch hier gibt es einen ersten Preis, und zwar für diesen Beitrag von Herrn Andreas S. aus ichweisauchnichtwo:

«Lieber Toni, als Yoghurt mag ich Dich in allen erdenklichen Geschmachsrichtungen. Vielleicht solltest Du aber das Vorgehen betreffend Frau Schlumpf noch mal in Ruhe überdenken. Könnte ein Schuss in den Ofen sein. Weiss nicht so recht was oder wen Du als Basis bezeichnest. Aber ich finde dieses Vorgehen nicht wirklich klug. Es wirkt höchstens stil- und vorallem hilflos. Es grüsst die Basis aus der Westhälfte.»

Ich würde sagen: Word, Keule.

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4 Kommentare zu “durcheinander.

  1. Na, da bin ich noch nicht so sicher, dass der Brunner und seine Leute taktisch so ungeschickt vorgehen, wie das scheinen mag. Die SVP geht immer erst plump vor und hat dann doch noch irgend ein elegantes As im Ärmel. Das mit dem „Lieber Toni“ und dem „Yoghurt“ zeugt übrigens auch nicht gerade von hohem Niveau…

  2. Na, da fand ich den Herrn, der den Toni als vorgeschobenen Bauernlümmel bezeichnete, schon niveauloser. Die Kommentare waren auf beiden welt- oder schweizanschaulichen Seiten mehrheitlich ungeniessbar, und einen Anflug von Humor und Selbstironie (Herr S. könnte nämlich durchaus auch ein SVPler sein) finde ich stets lobenswert. Herr Brunner wird es verkraften, er hat schon ganz anderes einstecken müssen.

    Ich weiss im Übrigen nicht, wie man aus diesem unsäglichen Gepolter wieder elegant herauskommen will. Es ist und bleibt eine «Zwängerei», wie wir in Bern sagen. Wenn man sich gegen die ungeliebte Linke wirklich abgenzen wollte, würde ich eher zu Konstruktivität raten und weniger zur Imitation.

  3. Ha, Der drunner. Magst Du Dich erinnern, als er erstmals als junger Schnösel in den NR gewählt wurde? Da war gerade OLMA und das Wahlstudio vom SF war auch dort. Er kam viel zu spät zum Siegerinterview und hatte eine zerschlagene Visage. Kleine Schlägerei in Halle 7, noch. Das ist Jahre her und er war ein Rotzlöffel. Aber ein gescheiter.

    Die SVP in Bern ist die Nächste. In sofern teile ich die Meinung von Reto M.

    Und soll ja niemand denken, der Brunner & Co. hätten nicht vorher durchgedacht, was dann passieren wird.

    Das ist ja genau die clevere Taktik, die wir bei der SVP immer wieder sehen können, aber kaum jemand erkennt sie. Dümmliche Werbung heisst noch lange nicht, dass die Leute dahinter dumm sein müssen. Kaum nachvollziehbares politisches Verhalten heisst gar nicht, dass Ratlosigkeit vorhanden wäre.

    Wisst Du was der grösste Bonus ist, den die SVP politisch geniesst? Sie wird an ihrem Gehabe gemessen und damit falsch eingeschätzt.

  4. Oh, nur weil die SVP für mich persönlich nicht wählbar ist, halte ich sie noch lange nicht für dumm. Ganz im Gegenteil: Man muss meiner Ansicht nach neidlos anerkennen, dass sie beispielsweise als einzige in der Schweizer Parteilandschaft eine Ahnung von ziel- und vor allem zielgruppenorientierter Kommunikation hat. Und sie wären nie da gelandet, wo sie jetzt sind, wenn da nur Stroh in den Gehirnen zu finden wäre (auch da gibt es leider durchaus Exponenten anderer Gruppierungen, bei denen dies wahrscheinlicher scheint – aus, äh, Niveaugründen verzichte ich an dieser Stelle auf die Nennung von Namen). Insofern denke auch ich nicht, dass die Ankündigungen der letzten Woche unüberlegt waren. Ich kann mich nur des Eindrucks nicht erwehren, dass es nicht mehr allzu viele Optionen gab in dieser Frage. Was da nun geschieht, sieht mir eigentlich mehr nach einer Flucht nach vorne aus – nicht immer die beste Wahl. Die Zeiten ändern sich, möglicherweise muss man mit den Jahren auch die bewährten Heilsrezepte anpassen.

    Ausserdem habe ich Herrn Brunner ein wenig im Verdacht, dass er es vielleicht sogar besser wüsste. Aber ich vermute, wenn gekränkte Gemüter mit mehr Gewicht nach Vergeltung verlangen, da muss man auch als Parteipräsident spuren. Tja wer weiss, wir werden sehen. Es wird ja eh nichts so heiss gegessen, wie es gekocht wird.

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