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10 Wege, wie Du mit Deinem Blog auf keinen grünen Zweig kommst.


Neulich freute ich mich hier bereits über Jan Tißlers vielfältige Aktivitäten rund ums UPLOAD-Magazin. Nun hat eben derselbe Mann auch noch ein spannendes Gruppen-Schreibprojekt gestartet: Es läuft ab heute und bis am kommenden Sonntag 22. Juli und steht unter dem Motto: «Blogtipps für Einsteiger».

Super, da freue ich mich: Viel zu lesen, zu lernen, zu wissen… tolle Idee! Was aber tut man dann, wenn man nach eigener Einschätzung selber nur wenig bis gar keine Ahnung hat, sich jedoch trotzdem zutiefst in seiner Ehre gekränkt sähe, keine eigene Publikation beizusteuern? Ja nun: Die Schlauen sprechen über die Do’s – ich (noch) etwas weniger Schlaue über die Don’ts. Was also kannst Du tun, um sämtliche Kollegen und sowieso jeden potenziellen Leser schnellstmöglich zu vergraulen?

  1. Sei großspurig. Verspreche 5 Beiträge täglich, schreibe maximal (!) einen pro Woche.
  2. Bedien Dich. Selber denken macht Falten. So viele Leute schreiben tolle Texte, kopiere wo immer möglich. Wozu haben wir denn das Internet?!
  3. Schleim Dich ein. Veröffentliche überall exzessiv Kommentare, insbesondere wenn Du nichts zum Thema beizutragen hast. Wiederhole penetrant die Adresse Deines Blogs und fordere jeden (ich wiederhole: JEDEN) auf, es sich anzusehen.
  4. Viel hilft viel. Übersicht ist was für Loser. Platziere möglichst viele Buttons, Textfelder und Rubriken wie nur irgendwie möglich. Achte bitte darauf, dass es sich ausschliesslich um unnötige Dinge handelt. Will der Leser Nützliches wie Deinen RSS-Feed oder Deine älteren Artikel finden, darf er ruhig etwas mehr Einsatz zeigen.
  5. Bleib locker. Nach mehrmaliger An- und Abschaffung einer neuen deutschen Rechtschreibung weiss doch sowieso keiner mehr, wie irgendwas richtig geschrieben wird. Würze Deine Texte mit fremdsprachigen Begriffen, um Deine Weltgewandtheit zu unterstreichen. Ob diese tatsächlich existent sind, ist zweitrangig.
  6. Sei kreativ. Verwende trafficfördernde Begriffe, gerne auch in Headlines, wie z. B. «Dieter Bohlen im Bordell?» (eventuell mit dem diskreten Zusatz «Die Bilder!»), auch vor allem wenn Du in der Folge ausschliesslich über die schlimmen Blähungen Deines Rauhhaardackels berichtest. Deine Statistik wird es Dir danken. ((Anm. d. Red.: Tja – Pech für alle, die über google hier gelandet sind sich Hoffnungen gemacht haben. Selber schuld.))
  7. Schwimm mit. Vermeide eine eigene Meinung. Inhaltsloses Geschwafel und wenig Rückgrat bewahren Dich vor Denk- und Argumentationszwängen. Ich wiederhole: Keine Meinung, ok?
  8. Sei vielseitig. Schreib heute über Stilettos und morgen über Stützstrümpfe für Senioren (natürlich ist das nur eine Metapher, denn Du schreibst ja erst in 7 bis 10 Tagen wieder). Wie, unterschiedliche Zielgruppen? Meine Güte, immer diese Klugsch***er.
  9. Bleib Dir treu. Hilfreiche Tipps und Anregungen von erfahrenen Bloggern sind entrüstet zurück zu weisen. Sei persönlich beleidigt von jedem noch so leisen Anflug von Kritik.
  10. Schleim Dich ein. Man darf es ruhig nochmals sagen. Für alles weitere siehe Punkt 3.

Wer also wirklich Wert darauf legt, sein Blog mit relativ grosser Wahrscheinlichkeit ungelesen verkommen zu lassen, weiss jetzt ungefähr, wie’s geht. Alle anderen missachten bitte konsequent Punkt 9 und klicken sich mal eben weiter zu UPLOAD. Ich übrigens auch – Ihr könnt also gerne mal wieder vorbei schauen, keine Sorge. 🙂

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14 Kommentare zu “10 Wege, wie Du mit Deinem Blog auf keinen grünen Zweig kommst.

  1. wie geil ist das denn bitte?

    toll sind aber auch die blogger, die 15 feeds am tag senden und es steht jeweils drin: es regnet, mir ist kalt, ich will nicht raus. nächster feed: es regnet immer noch. hab zwar schirm gefunden, aber will immer noch nicht raus.

    apropos: LEST ALLE MEINEN BLOG 😉

  2. Sehr geil geschrieben! Aber du glaubst nicht wieviele Seiten ich im Netz schon gesehen habe, die genau so etwas für voll nehmen. 😉
    Ich glaube ich schau hier jetzt öfters vorbei

    LG Naddel

  3. @deeli: hab zwar Schirm gefunden, aber will immer noch nicht raus – der könnte glatt von mir sein! 😀 Allerdings nur offline.

    @Naddel: Ja, das ist auch nicht alles nur Phantasie, was ich da zusammengeschrieben habe. Es gibt durchaus Vorbilder. 😉 Letzteres würde mich natürlich freuen, jawohl.

  4. Schließe mich den vorherigen Kommentaren an. Super geschrieben. 🙂

    Dann werd ich mal schnell schauen, ob ich noch ein paar deiner Vorschläge beherzigen kann. Punkt 6 finde ich sehr interessant. Habe ich anhand der WordPress-Statistik der Top-Einträge und Blogs auch schon drüber nachgedacht und plane, dass demnächst unbedingt mal umzusetzen. Natürlich werde ich dann genau die Statistik im Blick haben, um zu sehen, ob es funktioniert.

    An Punkt 7 müsste ich persönlich noch arbeiten. *g*Mal sehen, wie ich aus meinem Blog das Rückgrat rausbekomme… ohne, dass es groß jemandem auffällt. 🙂

    Und wenn ich das nächste Mal hier vorbeischaue, dann hoffe ich auf weitere wertvolle Tipps. 😉

  5. Und ganz wichtig für alle, die inhaltlich nicht allzu viel zu bieten haben: denkt an SEO – damit wenigstens über google ein paar verirrte Leser zu Euch finden.

  6. @Sisou: Vielen Dank fürs Kompliment! Manchmal (aber nur manchmal) entstehen die besten Texte tatsächlich ohne viel Nachdenkerei.

    Optimierungspotential haben wir natürlich alle noch. 😉 Ich befürchte, ich muss vor allem noch stark an Punkt 5 arbeiten, obwohl es ja manchmal schon ganz gut gelingt…

    @bosch: Keine Sorge – wer die Liste beherzigte, wäre in Sachen SEO bestimmt sowieso schon ganz gut in Form… könnte ich mir vorstellen.
    Aber was ganz anderes: Las ich Dich nicht bei neon.de, früher?

  7. @karin: Das kann tatsächlich sein. Ich habe früher auf jetzt.de und NEON veröffentlicht. Wollte aber von diesen Plattformen unabhängig sein und bin seit Dezember letzten Jahres auf meinem eigenen Blog unterwegs.

    Das hat so seine Vor- und Nachteile. Ich glaube mittlerweile schon gesehen, dass diejenigen die auf Plattformen wie jetzt oder NEON schreiben schon automatisch über diese Plattformen zu ihren Lesern kommen und auch die gehosteten Blogs bei twoday.net, blogger.de oder auch wordpress.com untereinander schon besser vernetzt sind als die Newcomer, die ein Blog auf dem eigenen Server betreiben. Sei ’s drum. Ich bin in meinem neuen Internetzuhause unabhängig von allen und allem und kann dort machen, was ich will. Und ab und zu kommt auch bei mir mal jemand zufällig vorbei. Möge dies so bleiben.

    Zum Thema SEO: Dies kompensiert in einigen Fällen fehlende Kreativität. Man braucht gar nichts Gutes oder Neues zu schreiben, sondern mogelt sich halt irgendwie nach oben. Dann kommen über google ein paar Klicks – aber keine wirklichen Leser. Na ja, wer’s nötig hat, der soll damit glücklich werden. Ich vermute aber schon, dass mindestens 80 % aller Blogs so funktionieren.

  8. Zu Punkt 8: Das ist immer wieder eine „Streit“frage. Thematische fokussierte Blogs oder „Mehr-Themen-„Blogs? Ich denke, beides kann funktionieren. Ich habe auch beides in meinem Feedreader. Die einen bieten mir genau die Informationen die ich gerne haben möchte (z.B. zu meinem PC, zu meinem Mobiltelefon, zu meinem Schuhtyp 😉 Die anderen bringen mich auf neue Ideen, neue Gedanken. Oder sie schreiben einfach so gut, so witzig, so…das ich heute gerne über Stiletos und morgen etwas über Stützstrümpfe gerne lese.
    Aber du ironisierst diesen Punkt ja ebenfalls ein wenig – falls ich das richtig deute, oder? 🙂

  9. @bosch: Ja eben, mir war doch! Ich fand’s aber auch netter, selber was zu machen, das wurde mir dort etwas zu uniform (sowohl im Ausdruck wie auch in der zu habenden Meinung). Ausserdem fühle ich mich da immer noch älter als manchmal eh schon, und das muss nun nicht unbedingt.

    @Erin: So viel Lob, ich danke sehr. 😉

    @Robert: Ich bitte darum, von der allzu ernsthaften Betrachtung des obigen Artikels Abstand zu nehmen. Aber das hast Du ja schon bemerkt. 🙂 Ich bin grundsätzlich ganz Deiner Meinung, zumal ich ja nun auch relativ ambivalent bin, was was Themenauswahl angeht. Aber ich finde dennoch: Man kann alles übertreiben.

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