Film

«We’re in Paris!» – «No, we’re in hell!»


«2 Days In Paris», seit vergangenem Donnerstag im Kino – die Geschichte ist in ihren Grundzügen schnell erzählt: Ein New Yorker Liebespaar – sie Französin, er Amerikaner – verbringt zwei Tage in Paris, er trifft erstmals auf ihre Eltern, es wird turbulent, etcetera pp. Ein wenig skeptisch war ich schon… das klang mir alles etwas sehr nach «Meet the Parents», was zwar irgendwie auch ein wenig lustig war damals, aber einmal war auch wirklich genug. Zu berücksichtigen ist hier allerdings die Tatsache, dass die zauberhafte Julie Delpy nicht nur die weibliche Hauptrolle gespielt, sondern auch Drehbuch und Regie fest in ihrer Hand hatte. Dies genügte, meine Zweifel einstweilen zu zerstreuen… ausserdem war es geradezu unglaublich schwül heute, und obwohl ich Klimaanlagen nicht leiden kann, war ich heute ganz dankbar für einen gekühlten Kinosaal.

Der Saal war dann allerdings auch das einzig kühle, auf der Leinwand geht es schon nach kurzem recht heissblütig zu und her: Marion (Julie Delpy) und Jack (Adam Goldberg) ist ein gewisser Hang zur Dramatik von Haus aus nicht abzusprechen. In Paris hat es Jack dann weiss Gott nicht leicht – nicht nur, dass er kaum zwei Sätze französisch spricht (und versteht), auch kulturelle Barrieren machen ihm zu schaffen. Amerikanische und europäische Klischees treffen mit voller Wucht aufeinander, und Marions Familie lässt wirklich keine Schlüpfrigkeit aus, den armen Jungen vollends durcheinander zu bringen. In ihrem Freundeskreis sieht es da nicht besser aus: Bald glaubt Jack, dass jeder einzelne Mann in dieser Stadt mit seiner Freundin geschlafen hat. Der Film überzeugt durch wunderbar gezeichnete Figuren, starke Dialoge und einen bestechenden Wortwitz. Eine politische Unkorrektheit jagt die nächste, und dabei ist Julie Delpys Humor so herrlich charmant und intelligent, dass der Tabubruch niemals ernsthaft schmerzt. Mein persönliches Highlight: der unvergleichliche Reigen der Pariser Taxifahrer. Hierzu sei an dieser Stelle jedoch nicht mehr verraten. Hingehen, ansehen.

Hier gibt’s den Trailer zum Film und hier das wann & wo.

2daysinparis.jpg

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s