Archiv für Mai, 2007

Home Sweet Home.

Mai 28, 2007

Das war’s, wir sind wieder zu Hause – die Tage sind nicht vergangen, sondern ja: verflogen. Wir haben ungefähr 1277 Ideen, was wir alles noch hätten sehen oder machen wollen, aber das heben wir uns jetzt einfach fürs nächste Mal auf. Den gestrigen Sonntag haben wir natürlich nicht ausschliesslich mit Frühstücken verbracht, auch wenn der entsprechende Eintrag das vermuten liesse. Anfangs recht planlos, was mit den verbleibenden Stunden bis zum Heimflug noch halbwegs Produktives anzufangen wäre, fiel uns nach kurzem Nachdenken das Hamburger Planetarium ein, welches ja zu den modernsten Europas zählen soll. Ich liebe Planetarien, obwohl oder vielleicht gerade weil ich seit bestimmt 20 Jahren keinen Fuss mehr in eines gesetzt habe. Die Idee war ähnlich gut wie jene mit der Fahrt nach Kiel: Am Pfingstsonntag ist so ein Planetarium gelinde gesagt proppenvoll – trotz des wirklich sehr schönen Wetters. Mehr als zwei Schritte ins Gebäude mochten wir dann auch nicht tun, und überhaupt war’s ja viel zu schön draussen. So haben wir denn einen weiteren Tag vornehmlich mit Fotografieren verbracht – erst ums Planetarium und im Stadtpark, später in der Speicherstadt. Und um 18.00 Uhr erwartete uns ja auch schon der Flieger nach Hause… Die Bilder aus der Hansestadt – oder wenigstens einen Teil davon – gibt’s übrigens hier.

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Aussenstation, die Vierte.

Mai 27, 2007

Eines der Dinge, die ich an Deutschland sehr schätze, ist die «öffentliche Frühstückskultur». Währenddem sich diese zu Hause in der Schweiz in der Regel auf überteuerte Sonntagsbuffets beschränkt (was auch nett sein kann, keine Frage), wird hier viel flexibler und unkompizierter gehandhabt. Viele Kneipen haben ein breites Frühstücksangebot, vom kleinen französischen (Croissant, Butter, Marmelade) für € 1,50 – plus Kaffee – bis hin zum opulenten, servierten Frühstück für zwei (fast alles, was das Herz begehrt; geht ohne viel Aufwand  auch ohne Buffet) mit Kaffee bis genug für € 12,50. Beides gegessen im Schanzenviertel, ersteres an einer Ecke der Susannenstrasse  - leider ist mir der Name des Cafés entfallen – und letzteres heute früh im «frank und frei» an der Schanzenstrasse, welches ganz besonders durch das schöne Ambiente und die tolle Bedienung besticht (leider kein Bild an dieser Stelle, da die heute verwendete Speicherkarte im Lauf des Tages den Weg alles Irdischen ging). Einfach, aber auch sehr originell gestaltet und beschallt mit guter Musik: die «Neue Heimat» am Neuen Kamp. Ein leckeres Frühstück bekommt man da für vier Euro.

Ja, in dieser Form sucht man das daheim in Bern vergeblich. Wer sich da in netter Gesellschaft den Bauch vollfrühstücken will – allerdings nur am Sonntag – dem empfehle ich den Brunch in der Marzilibrücke (25 Franken). Wer’s edel mag, kann das auch für 39 Franken im wunderschönen Schwellenmätteli haben – kein Zweifel, das Angebot am Buffet ist phantastisch, dennoch kann man sich fragen, ob sich das wirklich lohnt (und ich zum Beispiel habe leider wenigstens beim letzten Versuch einen wirklich schlechten Griff mit der Bedienung gemacht). Auch das «Tapis Rouge» auf dem Gurten oder das mir persönlich etwas suspekte (zu?) «gut gelaunt» laden zum Sonntagsschlemmen… von Montag bis Samstag  ist das Kornhauscafé meines Wissens die einzige Frühstücksadresse am Platz - oder das übliche Gipfeli (Croissant) zum Kaffee muss halt reichen.

Aussenstation, die Dritte.

Mai 26, 2007

Gestern sah es ganz nach Weltuntergang aus, als wir uns vom Hotelzimmer auf den Weg zu unserem Mietwagen machten. Wir waren gerade trockenen Fusses noch eingestiegen und hatten die Autotüren noch nicht geschlossen, da ging es auch schon los mit Gewitter und Wolkenbruch - was sich andernorts erst gegen Abend abspielte, war hier mittags schon vorbei. Mit Ausnahme eines Blitzschlags am Flughafen scheinen wir hier auch ohne grössere Schäden davon gekommen zu sein und für den Rest des Tages wurden wir mit schönem, wenn auch etwas kühlerem Wetter belohnt. Eigentlich war’s aber auch egal, es war nämlich der Tag der Shoppingmeile… das ist freilich nicht besonders originell, denn einkaufen kann man ja überall. Dennoch finde ich Einkaufsstrassen in fremden Städten trotzdem immer spannend, denn am Ende sind es doch die Menschen, die zählen. Man braucht dann nur noch ein Strassencafé und etwas Zeit zum Beobachten…

Abends sind wir übrigens nach Kiel gefahren - meine Freunde da waren zwar eigentlich allesamt im Urlaub, aber eine dekadent reichhaltige Sushi-Platte im Soho, das hätte ich mir nicht entgehen lassen können. Wir standen hoffnungslos im Stau (Freitag vorm Pfingstwochenende UND Feierabendzeit, super Idee), aber: DAS war’s nun wirklich wieder mal wert!

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Aussenstation, die Zweite.

Mai 25, 2007

So, hier sind wir wieder. Am Mittwoch sind wir in Hamburg angekommen und haben den Tag ganz entspannt bei Wittenbergen am Elbstrand ausklingen lassen. Gestern dann volles Programm: Landungsbrücken, Hafenrundfahrt, alter Elbtunnel, Innenstadt – und am Abend vollkommen fertig zurück ins Hotel. Aber gelohnt haben sich die Mühen: lecker Krabben gegessen, wunderbar kitschige Mitbringsel durchstöbert, schöne Fotos gemacht…! Zum Glück habe ich mich morgens für die bequemen Treter im Gepäcksortiment entschieden. Immerhin ist die Hansestadt doch um einiges grösser und weitläufiger als mein nettes kleines Bern.

Die vorläufige Erkenntnis des Tages: Kylie ist überall (wussten wir aber schon, Madonna hat es ja vorgemacht). Das Fundstück dazu dann auf dem zweiten Bild…

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Aussenstation.

Mai 24, 2007

Nicht 2 Tage in Paris, sondern besser 5 Tage in Hamburg, dachten wir uns nach dem vergangenen Kinosonntag, und so flogen wir – mein Lieblingsmann und ich – gestern Mittag denn ab Zürich-Kloten ab in Richtung Norden. Hamburg war für mich bisher vornehmlich Durchgangsstation in einer Zeit, in der ich oft nach Kiel an der Ostsee hochfuhr. Flughafen und Bahnhöfe wären denn auch die einzigen Orte, an denen ich mich ohne Plan zurecht gefunden hätte (da allerdings kenne ich alle Kniffe…). Meine Begleitung wiederum hat hier studiert – ich werde also kompetent betreut und herumgeführt und es werden ungefähr 5 Millionen Fotos von Hamburg im Hintergrund und mir – oft unfreiwillig – im Vordergrund geknipst, denn meistens sieht der Mann ungefähr so aus:

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Mehr dazu in Kürze – jetzt erst mal raus aus dem Hotelzimer und ab auf Entdeckungsreise…!

«We’re in Paris!» – «No, we’re in hell!»

Mai 20, 2007

«2 Days In Paris», seit vergangenem Donnerstag im Kino – die Geschichte ist in ihren Grundzügen schnell erzählt: Ein New Yorker Liebespaar – sie Französin, er Amerikaner – verbringt zwei Tage in Paris, er trifft erstmals auf ihre Eltern, es wird turbulent, etcetera pp. Ein wenig skeptisch war ich schon… das klang mir alles etwas sehr nach «Meet the Parents», was zwar irgendwie auch ein wenig lustig war damals, aber einmal war auch wirklich genug. Zu berücksichtigen ist hier allerdings die Tatsache, dass die zauberhafte Julie Delpy nicht nur die weibliche Hauptrolle gespielt, sondern auch Drehbuch und Regie fest in ihrer Hand hatte. Dies genügte, meine Zweifel einstweilen zu zerstreuen… ausserdem war es geradezu unglaublich schwül heute, und obwohl ich Klimaanlagen nicht leiden kann, war ich heute ganz dankbar für einen gekühlten Kinosaal.

Der Saal war dann allerdings auch das einzig kühle, auf der Leinwand geht es schon nach kurzem recht heissblütig zu und her: Marion (Julie Delpy) und Jack (Adam Goldberg) ist ein gewisser Hang zur Dramatik von Haus aus nicht abzusprechen. In Paris hat es Jack dann weiss Gott nicht leicht – nicht nur, dass er kaum zwei Sätze französisch spricht (und versteht), auch kulturelle Barrieren machen ihm zu schaffen. Amerikanische und europäische Klischees treffen mit voller Wucht aufeinander, und Marions Familie lässt wirklich keine Schlüpfrigkeit aus, den armen Jungen vollends durcheinander zu bringen. In ihrem Freundeskreis sieht es da nicht besser aus: Bald glaubt Jack, dass jeder einzelne Mann in dieser Stadt mit seiner Freundin geschlafen hat. Der Film überzeugt durch wunderbar gezeichnete Figuren, starke Dialoge und einen bestechenden Wortwitz. Eine politische Unkorrektheit jagt die nächste, und dabei ist Julie Delpys Humor so herrlich charmant und intelligent, dass der Tabubruch niemals ernsthaft schmerzt. Mein persönliches Highlight: der unvergleichliche Reigen der Pariser Taxifahrer. Hierzu sei an dieser Stelle jedoch nicht mehr verraten. Hingehen, ansehen.

Hier gibt’s den Trailer zum Film und hier das wann & wo.

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Ehrlich währt am längsten.

Mai 19, 2007

Heute nur ganz kurz, und zwar mit einem Fundstück aus der Kategorie «Ehrliche Kommunikation»:

Chic und Teuer

So gesehen am Schaufenster der Boutique alpin an der Gerechtigkeitsgasse 19 in Bern, welche gleichzeitig im Kellergeschoss (Eingang ab Gassenhöhe) mein persönliches Lieblingscafé beherbergt.

There’s music in the air.

Mai 18, 2007

So. Es folgt nun heute also der Post, der eigentlich schon letzten Samstag fällig war, aber kurzfristig von, ähm, DJ Bobo und den gebrochenen Herzen seiner Entourage aus dem Programm gekippt wurde. Schande über mich.

Eigentlich passt das aber ganz gut. Schon im Eröffnungspost vom 30. April wies ich ja darauf hin dass Maroon 5 wieder Laut geben, insbesondere in Form einer flotten und eingängigen Vorab-Singleauskopplung. Heute ist nun also das neue Album erschienen und ich lege es Euch gerne ans Herz. Auf den ersten Blick scheint die Band eine Tendenz zur Hektik entwickelt zu haben, die mir zugegebenermassen nicht so behagt. Dennoch denke ich, dass ich mich mit dem Gesamtwerk anfreunden und mich daran erfreuen werde.

Nicht ganz so frisch, aber immerhin noch keinen Monat alt: Ein neues Album von Tori Amos! Und zwar eine ziemliche Breitseite – 24 Tracks sind es geworden auf «American Doll Posse». Kritiker finden, etwas mehr Auswahl wäre der Sache gut bekommen. Auch das Konzept ist eher eigenwillig: Fünf einzeln definierte Charaktere bestreiten das Album - eine davon immerhin doch noch Tori selber - sie werden im Booklet und auf toriamos.com vorgestellt und jeder Song wird einer der fünf Frauen zugeordnet. Ein wenig schizo vielleicht, doch dem aufmerksamen Hörer erschliesst sich das Konzept durchaus. Trotz aller Schrulligkeiten und einzelnen Längen über die ganze Spieldauer gesehen ist Tori mit ihrem neunten Studiowerk ein schöner Querschnitt durch ihr Schaffen der letzten 15 Jahre gelungen. Anspieltipps: «Bouncing Off Clouds», «Girl Disappearing» und «Almost Rosey», um nur drei zu nennen.

Ebenfalls im April erschienen: «The Reminder» von Feist. Schön, schön, schön. Viel mehr kann ich dazu gar nicht sagen. Dabei habe ich’s mir noch nicht mal in Ruhe angehört. Spontane Anspieltipps sind der Opener «So Sorry» und das sommerlich-verspielte «1234».

Als letztes noch der Hinweis auf einen Klassiker im neuen Kleid – dazu muss ich allerdings erst noch ein wenig ausholen. Wer erinnert sich ausser mir noch an «Word Up» von Cameo? Alle paar Wochen dürfen sich die Menschen in der näheren Umgebung meines Büros an einem kurzfristigen Rückfall in die tiefsten Achtziger erfreuen, der sich in der Regel mit diesem Song und einem verhältnismässig hohen Lautstärkepegel ausdrückt. Man beachte bitte auch den Videoclip – hier wurde sowohl der klassische Polizeiuniform-Strip als auch das heute vielen Sportlern nützliche Suspensorium erfunden, jawohl:

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Es lebe die Discokugel. Es geht aber auch anders, und hier kommen wir zum eigentlichen Thema dieses Abschnitts: Eine mir ansonsten vollkommen unbekannte Künslerin namens Willis hat dem Titel einen neuen Groove verpasst – sehr sexy, wie ich finde. Gefunden habe ich diese Perle auf einem Sampler, der genau das tut: Alte Kamellen neu verpacken. Rewind! heisst die besagte Serie, in die reinzuhören sich auf jeden Fall lohnt.

P.S. Ich weiss, Gun hatten sich daran auch schon mal versucht… aber der Aha-Effekt ist bei Willis irgendwie grösser, nicht?

Verreist.

Mai 14, 2007

«Der alte Bahnhofplatz muss verreisen» hiess es gestern zur Schliessung eben desselben. Die Stadt hatte sich das hübsch gedacht. Ein Fest sollte dem geschätzten Bürger die vorläufig endgültige Übergabe des Platzes ans Bauhandwerk versüssen: «Gediegener Muttertagsbrunch, diverse Verpflegungsstände, Spiele für die ganze Familie, Versteigerung von Bahnhof- und Bahnhofplatz-Souvenirs, Konzerte von Roots66 feat. Polo Hofer, Bernmobil-Sound und Bands der Hochschule der Künste Bern, grosser RailCity-Wettbewerb, grosser Blumenmarkt, Gratisrose für alle Mütter und vieles mehr.» War bestimmt super. Für die aus Deutschland zugeschalteten Mitleser sollten wir an dieser Stelle vielleicht Polo Hofer verdeutlichen… jetzt wisst Ihr Bescheid, ja?

Nun gut, um es gleich vorneweg zu nehmen: Ich war nicht da. Musste ich auch nicht, andere Menschen haben Clips davon gedreht und sie ins Netz gestellt – dieses 11-Sekunden-Werk hier trifft die Essenz der Veranstaltung glaube ich ganz gut. Meine persönliche Bekanntschaft mit der Intensiv-Bauphase am städtischen öV-Knotenpunkt war sowieso fix auf heute morgen terminiert: Meine Faulenzer-Busverbindung von zu Hause direkt vors Büro ist nämlich Geschichte, jedenfalls bis nächstes Jahr um diese Zeit. Jetzt heisst es, 15 Minuten früher aufstehen und ab der Christoffelgasse wacker zu Fuss. Naja, kann auch nicht schaden (wir sprechen uns nochmal im Winter!).

Wen es im Übrigen interessiert: So sieht’s jetzt aus, manchmal freilich auch mit Sonne und ohne Schneematsch. Und so soll’s aussehen, wenn’s fertig ist. Und für alle, die zu Hause kein Aquarium haben zur Entspannung, haben wir auch eine Webcam - hier leider statisch, doch ein Klick führt zum aktuellen Bild. Du kannst Dir natürlich auch einfach dieses hier weiter ansehen und relaxen beim Warten auf die Aktualisierung…

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Bis zum nächsten Jahr.

Mai 13, 2007

Nachdem ich mich gestern wider besseres Wissen zu einem Kommentar zum Eurovision Song Contest hinreissen liess, war ich den ganzen Tag lang tapfer und verkniff mir jedes weitere Wort, obwohl das Jaulen der getroffenen, westeuropäischen Hunde auf der Suche nach dem grossen Sündenbock ja noch längst nicht abklingen will. Nun aber muss ich mich dazu gar nicht mehr äussern: felixander hat sich dessen bereits angenommen und den bei weitem differenziertesten und reflektiertesten Kommentar geschrieben, der mir heute unter die Augen gekommen ist. In diesem Sinne: Gute Nacht und bis zum nächsten Jahr.